Es reicht!

Wie lange wollen wir in Tutzing eigentlich noch geduldig zuschauen, wie sich unser Ortsbild in eine Richtung entwickelt, die kaum einem der „Hiesigen“ gefällt. Wenn man den Tutzingern aufmerksam zuhört gewinnt man den Eindruck, sie fangen an sich in ihrem eigenen Heimatort nicht mehr heimisch zu fühlen. Sie registrieren zunehmend Ohnmächtigkeit gegen den Verdichtungswahn, hilfloses ausgeliefert sein gegen die Versuche aus dem Baurecht noch etwas mehr als das maximal Mögliche heraus zu quetschen.

Es gibt nicht viele Ortsentwicklungslagen, in denen die berechtigten Interessen derart und so offenkundig kollidieren. Aber sollten sich nicht alle Beteiligten vergegenwärtigen, dass die Maximierung von Ertrag und Gewinn nicht Motiv und oberstes Ziel einer Gesellschaft sein sollte. Als das höherwertige Ziel muss ein Mindestmaß an Lebensqualität angesehen werden. Dazu gehören auch Aspekte wie Ästhetik, Einfügen der Bausubstanz in das „unverwechselbare“ Ortsbild von Tutzing, Grün- und Ruheflächen für die Bürger, soziale Aspekte, wie bezahlbarer Wohnraum, Wohnungen für junge Familien, und vieles mehr. Wir alle, die hier leben und wirken, haben da eine Verpflichtung der „Vor- und Nachgeneration“ gegenüber.

Boden ist kostbar und knapp und kann nicht vermehrt werden, sondern bleibt immer begrenzt. Deshalb muss mit den Grundstücken und den darauf erstellten Liegenschaften, sorgsam umgegangen werden. Besitz an Grundstücken beinhaltet auch immer die Verpflichtung, dass sein Gebrauch auch zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dient. (Art 14,2 GG)

Ein gutes Mittel dies zu erreichen, ist die Vergabe im Baurecht. Dies ermöglicht auch eine ausgewogene Steuerung der Bewirtschaftung, sei es durch Bebauung, aber auch durch Offenhalten der notwendigen Frei- und Erholungsflächen und wir Verhindern das Grundstücke zum Spielball von Spekulanten werden.

Bauträger wären schlecht beraten, wenn sie nicht unternehmerisch denken und handeln würden. Sie müssen es sogar, denn sie setzen sonst ihre eigene Existenz aufs Spiel. Die Erwartung, von seinem Kapital einen Profit zu erhalten, die wichtigste Triebfeder einer Marktwirtschaft, beruht auf dem Recht auf Privateigentum. Nur wo Eigentum rechtlich garantiert wird, sind Menschen bereit, Ideen umzusetzen, Geld zu investieren und Arbeitsplätze zu schaffen. Eigentum schaffe Wohlstand. Wo Eigentum nichts gilt, wäre unternehmerisches Handeln töricht.

Aber in einer Gesellschaft, in der in den letzten Jahren der Begriff der “Nachhaltigkeit“ – das Konzept eines Managements, das unternehmerischen Erfolg mit der Berücksichtigung sozialer und ökologischer Aspekte verbinden soll – ein allumfassendes Schlagwort für das geworden ist, was der Bürger für die nähere Zukunft gerne realisiert haben möchte, sollte es auch möglich sein, das die Parteien sich auf vernünftige und machbare Lösungen einigen. Zumal es ja auch nicht von der Hand zu weisen ist, dass die  bauliche Nachverdichtung auch Probleme schafft. Jeder Neubürger in Tutzing erhöht die Anforderungen an die vorhandene Infrastruktur und damit sind wir wieder bei der, von Bürger eingeforderten Lebensqualität. Es wird dringend Zeit hier geeignete Akzente zu setzen.

siehe auch: http://dfxnet.de/spd/starnberg/tutzing/files/2012/03/2012-03-22-MM-Rat-bremst-Bauträger.jpg

0 Kommentare
  1. Abendt Gernot
    Abendt Gernot says:

    Der Kommentar beschreibt auch meine Überzeugung als Gemeinderat. Es ist beruhigend, dass die Mehrheit des jetzigen Gemeinderates ebenfalls diese Überzeugung teilt. Das war früher mal anders.
    Gernot Abendt

    Antworten

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